Hattrick bleibt aus


Am letzten Spieltag durfte die Männermannschaft nach drei Auswärtspartien in Folge wieder einmal vor heimischer Kulisse antreten. Gegner an diesem Samstag war kein Anderer als der Tabellenführer aus Neukloster. Die Gäste spielen, anders als der Plauer SV, eine sehr konstante Saison und haben erst eine Partie verloren: gegen den PSV! Unabhängig von der Tabellenposition waren die Spiele zwischen den beiden Teams in der Vergangenheit immer umkämpft und bis in die Schlussminuten spannend. Die letzte Partie, die gegen den VfL verloren ging, stammt vom März 2012 (24:29). Aus dem direkten Vergleich und aus dem Aspekt heraus, dass sich die Gäste keinen Punktverlust im Meisterschaftsrennen mit der TSG Wismar leisten konnten, standen die Bedingungen gut und es konnte ohne Druck aus Plauer Sicht aufgespielt werden. 

Die Stärken des VfL zeigten sich gleich in den Anfangsminuten. Über Einläufer und das hervorragende Kreisspiel konnten sie früh in Führung gehen. Plau sah sich beim 2:5 direkt vor die Aufgabe gestellt, den Anschluss nicht zu verlieren. Viele technische Fehler schlichen sich zu Beginn ein, die sich im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit drastisch reduzierten. Angepeitscht vom Plauer Publikum drehte sich das Spiel allmählich zu Gunsten der Seestädter. Da der gefährliche und individuell starke Mittelmann der Gäste auf Manndeckung genommen wurde, tat sich der VfL im Angriff zunehmend schwerer. Die Abwehr stand wie in der Vorwoche in Crivitz hervorragend und der Mittelblock konnte den einen oder anderen Wurf der gegnerischen Rückraumschützen entschärfen. Der Plauer Angriff wiederum zeichnete sich erneut durch seine starke Wurfeffektivität aus. Falls der Rückraum nicht einnetzte, konnte Plau über die Außenposition oder letztendlich per Strafwurf den Ball ins Tor verfrachten. Die solide Vorstellung spiegelte sich auch im Ergebnis wieder, denn über die Spielstände 4:5, 8:6 und 12:8 drehten die Hausherren die Partie zur Freude der heimischen Zuschauer. Durch Unkonzentrierheiten sprang zur Halbzeit jedoch lediglich eine 14:10-Führung heraus. Das Spiel an dieser Stelle schon als Sieg verbuchen, wäre fatal, da der Gegner zu keinem Zeitpunkt der Partie aufgeben würde, schon gar nicht in der derzeitigen Tabellenlage. Der Plauer SV war also gewarnt.

Die zweite Hälfte begann auch vielversprechend. Der Angriff lief weiter flüssig und der Vorsprung konnte gehalten werden. Doch die zahlreichen Zeitstrafen zogen sich nun wie ein roter Faden durch die Partie. Hier bewahrte Marschke seiner Mannschaft vor Schlimmerem, denn er konnte mit wichtigen Treffern auf der einen Seite und durch herausgeholte Zeitstrafen auf der anderen Seite die gegnerische Mannschaft dezimieren. Doch in den meisten Fällen spielte der PSV kontinuierlich mit einem Spieler weniger und der Vorsprung schmolz allmählich dahin. Der VfL nutze das Überzahlspiel gnadenlos aus und zeigte die indiviuelle Klasse eines Tabellenersten. Beim 19:19 nach 45 Minuten drohte das Spiel wie so häufig zu einem Handballkrimi par excellence zu mutieren. Die Schlussviertelstunde zeigte die Dramatik und Faszination, die der Handballsport zu bieten hat, einmal mehr auf. Die Aufholjagd der Gäste konnte in der Kehrtwende wieder zu einer erneuten Drei-Tore-Führung umgewandelt werden (25:22). Doch ein weiteres Mal sollte diese Führung am Ende nicht ausreichen. Denn erneut schoss das Zeitstrafenkonto der Plauer in ungeahnte Höhen. Dass eine zwischenzeitliche Drei-Tore-Führung im Handball nichts zu bedeuten hat, zeigte der Tabellenführer bitter auf. Denn diese war in wenigen Minuten erneut verpufft. Beim 25:26 drohte die Partie gänzlich zu Gunsten der Neuklosteraner zu kippen. Doch durch sehenswerte Aktionen im Angriff (unter anderem ein Kempa-Trick von Möser-Rieck) konnte Plau ausgleichen und seinerseits vorlegen, bevor Neukloster wiederum die Führung erspielte. Es entwickelte sich ein dramatisches Katz- und Mausspiel, dessen Ausgang unvorhersehbar war. Beim Stand von 28:29 45 Sekunden vor Schluss heizte sich die Stimmung in der Klüschenberghölle noch einmal gewaltig auf. Denn ein grobes Foul an Futterlieb, welches eine berechtigte Rote Karte mit sich brachte, war auch angesichts des engen Spielstandes völlig unnötig. Günther zeigte sich nervenstark, nutze die Überzahl aus und warf den Ausgleich für seine Mannschaft. Neukloster erspielte sich mit der Schlusssirene einen allerletzten Freiwurf, der jedoch sicher pariert wurde. Nach 60 Minuten trennten sich beide Mannschaften also mit 29:29. Damit bleibt der dritte Sieg gegen den VfL in der diesjährigen Saison leider aus.

Aus Plauer Sicht ein durchaus verlorener Punkt, da über weite Strecken der Partie der Gegner beherrscht und die Führung durch die am Ende acht Zeitstrafen eigenhändig aus den Händen gegeben wurde. Auf der anderen Seite aber auch ein gewonnener Punkt, da der Tabellen-Führer erneut sieglos aus einer Partie gegen den PSV die Platte verlässt und die Serie weiter anhält. Aus der jetzigen Situation heraus ist Tabellenplatz drei nicht mehr realisierbar. Dennoch soll das letzte Spiel der Vorrunde nächste Woche erfolgreich bestritten werden. Mit dem Hagenower Sportverein zu Gast ist ein schlagbarer Gegner auf der anderen Seite. Das Team bittet um eine erneut lautstarke Kulisse am kommenden Samstag.

Plauer SV: Pidinkowski (Tor), Grabow (Tor), Möser-Rieck 1, Günther 1, Starke 1, Futterlieb 4, Madaus 2+4, Lenk 6, Marschke 9, Reu 1, Waack, Albrecht, Ahrens

Strafwürfe: Plau 4/5, Neukloster 6/7

Zeitstrafen: Plau 8, Neukloster 6 (+ 2 Rote Karten für grobes Foulspiel)

Zuschauer: 83